Angekommen!
Santiago
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
19. Etappe Melide – Arca
Bisher gelaufen: 677 km in 18 Tagen
19. Etappe: Melide – Arca 34 km
Noch 19 km bis Santiago und
109 km bis an das Ende der Welt.
Die vorletzte Pilgeretappe ist geschafft. Heute morgen haben wir mal ausgeschlafen, der Wecker rappelte eine Stunde später um 5:30 Uhr. Anders als sonst gingen wir vor dem Pilgern zum Frühstücken in ein Hotel. Café con letche mit Tostatas für 2,50 €. Doch unser gemächliches Angehen des Tages hätte sich bald gerächt. Wir bekamen die letzten Betten in der Alberge. Groß war die Überraschung, denn Thomas und ich bekamen ein Zweibettzimmer . Also mal eine Nacht ohne ein internationales Schnarchkonzert, heute schnarchen wir nur in deutsch
.
Eigentlich wollten wir kochen, doch auch hier in Spanien ist Sonntag. Also ist mal wieder Pilgermenü angesagt. Pilgermenüs werden auf dem gesamten Camino zwischen 8 € und 10 € angeboten.Es gibt drei Gänge und hier hat man noch zwischen 3-5 Gerichten die Auswahl.
Morgen werden wir unser Ziel erreichen. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Einzug in Santiago. Dazu werden wir bereits wie eigentlich jeden morgen um 4:30 Uhr aufstehen, damit wir vor 10 Uhr an der Kathedrale sind.
Morgen ist der Patronatstag des Hl. Jakobus. Bereits heute Abend finden in Santiago große Fiestas zu Ehren des Heiligen statt. Gut, dass wir noch 4 Stunden entfernt sind, denn diesen Rummel könnten wir nach der Ruhe und der Besinnlichkeit unseres Weges jetzt nicht verkraften.
Es war eine tolle Erfahrung, den Weg mal als Team zu gehen. Man war nicht nur für sich verantwortlich, sondern war Teil einer mittlerweile eingeschworenen Gemeinschaft. Wir haben zusammen gelacht, aber auch geweint und gebetet. Wir empfinden den gemeinsamen Einzug als eine große Freude, für die wir uns in der morgigen Pilgermesse nur bedanken können.
Danken möchten wir auch unseren lieben Partnern Uli, Genevieve und Raffaela, dass sie uns die Zeit für unsere Pilgerreise gegeben haben.
Bis zum Einzug in Santiago!
Daniel
Thomas u.
Karl-Heinz
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
18. Etappe Portomarin – Melide
Bisher gelaufen: 638 km in 17Tagen
18. Etappe: Portomarin – Melide 39 km
Noch 51 km bis Santiago und
141 km bis an das Ende der Welt.
Angekommen in Melide! Nur noch 51 km bis zum Ziel.
Optimal! Jetzt noch eine Etappe von 31 km und dann 20 km bis Santiago. Jetzt sind wir in der Pulperia von Melide. Da jetzt schon die dritte Flasche Weißwein auf dem Tisch steht, wird heute nicht viel geschrieben (sonst verschreiben wir uns noch
).
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
17. Etappe Samos – Portomarin
Bisher gelaufen: 607 km in 16 Tagen
17. Etappe: Samos – Portomarin 31 km
Noch 89 km bis Santiago und
179 km bis an das Ende der Welt.
Nach der schönen Pilgermesse im Kloster Samos sind wir gestern früh ins Bett gegangen. Der Ruhetag hat uns allen gut getan. So ging es heute morgen mit dem Pilgersegen versehen wie immer um 5 Uhr auf den Weg. Nach zwei Stunden gab es in Sarria den ersten Kaffee und ein riesiges Stück Kuchen. Ab hier gehen die vielen spanischen Kurzpilger, die mindestens 100 km laufen müssen um die Compostella (Pilgerurkunde) zu bekommen. Diese wird gerne bei Bewerbungen um einen Arbeitsplatz den Unterlagen beigefügt. Hatten wir sonst stundenlang keine weiteren Pilger gesichtet, sind es ab Sarria hunderte von Kurzpilgern. In Portomarin angekommen, bekamen wir die letzten Betten.
Der frühere Ort Portomarin ist in den Fluten des Stausees untergegangen und auf einer Anhöhe wieder neu aufgebaut worden. Die romanische Kirche wurde Stein für Stein abgebaut und an der jetzigen Stelle wieder aufgebaut.
Viele Grüße an alle die uns virtuell folgen
Thomas
Daniel
Karl-Heinz
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
16. Etappe Triacastela – Samos
Bisher gelaufen: 596 km in 15Tagen
16. Etappe: Tricastela – Samos 11 km
Noch 119 km bis Santiago und
209 km bis an das Ende der Welt.
Nur 11 km? Ja, weil es uns hier in Samos gut gefällt und wir nach 15 Tagen pilgern eine Pause verdienen.
Das Monasterio de Samos ist das älteste westl. Kloster, mit romanischem Portal und zwei Kreuzgängen. Früher lebten hier 600 Patres, jetzt sind es nur noch 18 mit uns wären es 21
Zeit genug um mal wieder zu kochen, Tagebuch zu schreiben und für den Friseur.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
15. Etappe Trabadelo – Triacastela
Bisher gelaufen: 555 km in 14 Tagen
15. Etappe: Trabadelo – Tricastela 41 km
Noch 130 km bis Santiago und
220 km bis an das Ende der Welt.
Was eine Etappe! Wir sind in Galizien angekommen. Für die 41 km haben wir mit Pausen 14 Stunden benötigt. Für einen normalen Pilger sind das zwei Tagesetappen, denn es geht hinauf auf 1.300 Meter nach O’Cebreiro und anschließend wieder runter nach Tricastela. Im wunderschönen Bergdorf haben wir uns eine Spezialität des Landes schmecken lassen: Kohlsuppe
Klar das wir als Pilger auch in der Kirche von Sta Maria gebetet haben. In der Kirche in der im 12 Jh. die Hostie sich in Fleisch und der Wein zu Blut verwandelt hat.
Nun sitzen wir und warten auf unser Abendessen: Pulpo
Morgen werden wir den Jakobsweg verlassen und einen Etappe über das Kloster Samos einlegen. Das sind zwar 5 km mehr, aber es soll sich lohnen.
Jetzt wird gegessen!
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
14. Etappe Molinaseca – Trabadelo
Bisher gelaufen: 512 km in 13 Tagen
14. Etappe: Molinaseca – Trabadelo 43 km
Noch 179 km bis Santiago und
269 km bis an das Ende der Welt.
Wie sagt Daniel: “Heute bekommen wir Blasen am Hintern!” Es geht schlecht voran. Es ist nun schon 12:00 Uhr und wir sind in Cacabelos. Gerade mal 22 km in 7 Stunden. Wenn wir die heutige Tagesetappe schaffen wollen, müssen wir uns noch mächtig ins Zeug legen.
Da wir uns mal wieder ausruhen, möchte ich noch etwas zum gestrigen Artikel ergänzen. Das Cruz de Ferro ist der Ort an dem die Pilger ihre Steine ablegen. Der Stein symbolisiert die Sünden, die der Pilger über 400 km mit sich trägt und am Kreuz ablegt. In 2007 beobachtete ich eine Frau die einen Teddybär dort ablegte. Albern? Nein, denn wie ich später von ihr erfuhr, hat sie ihre Tochter mit dem Auto überfahren als sie rückwärts aus der Garage fuhr um es in den Kindergarten zu bringen. Überflüssig zu erwähnen, dass dadurch auch ihre Ehe zerbrach, weil ihr Mann ihr nicht verzeihen konnte. Nur ein alter Teddy auf einem riesigen Steinhaufen ???? Nein! Hinter jedem Stein steht ein Schicksal !
Angekommen! Thomas und ich sind die Landstraße gegangen und Daniel hat sich in den Bergen ausgetobt und kam 1 1/2 Stunde später an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lief es am Nachmittag besser als erwartet. Nun sind wir wieder beisammen und gehen unseren Pilgerpflichten nach.
Trabadelo, den 19. Juli 2011
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Gute Nacht!
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
13. Etappe Astorga – Molinaseca
Bisher gelaufen: 465 km in 12 Tagen
13. Etappe: Astorga – Molinaseca 47 km
Noch 227 km bis Santiago und
317 km bis an das Ende der Welt.
Bis jetzt: eine der schönsten Etappen des Weges!
Abschied von Astorga und rauf in die Berge nach Rabanal del Camino. Hier steht eine romanische Kirche die von den Mönchen der Benediktinern betreut wird, die gleich nebenan ein Kloster haben. Für mich die schönste Kirche am Camino. Sie besticht durch ihre Schlichtheit, ein einfaches Holzkreuz mit einem Korpus ist der Mittelpunkt des Altarraums. Würde gerne mehr über die Kirche schreiben, aber mir fehlt hier am Camino die Zeit. Nur soviel….. Als die Mönche die Kirche umbauen wollten, wurden sie von den Dorfbewohnern aus dem Ort getrieben…. (Rest später).
Cruz de Ferro
Hier wollten Thomas, Daniel und ich in Ruhe und Andacht unsere über 400 km im Rucksack getragene Steine ablegen. Doch ein Ort, 2 km vorher, die Katastrophe: vor uns hielt ein Bus mit 50 deutschen Touristen aus dem Rheinland die am Jakobsweg entlang auf Studienreise waren. Raus aus dem Bus, Stein gesucht und schon ging es vor uns auf dem Weg zum Kreuz. Ein Touristenpilger bot dem hübschen Daniel sogar 3 € für ein Foto mit seiner Frau. Wie Daniel so ist, ließ er es über sich ergehen, natürlich ohne das Geld anzunehmen.
Bis zum Kreuz überholten wir so manchen parfümierten Pilger in Lackschuhen, doch einige standen bereits am Kreuz in Pose und ließen sich von ihren Partnern fotografieren.
Eine Entweihung dieses Ortes wie ich finde. Als ich meine Steine ablegen wollte , wurde ich fast umgerannt bei dem Kampf um den besten Platz am Kreuz durch eine deutschen Touristenpilgerin.
Vom Cruz de Ferro ging es zu Tomas, dem “letztem Templer” auf dem Jakobsweg. Die schöne Aussicht entschädigten uns für den schlechten Kaffee. Über seine Tierhaltung will ich mich nicht äußern, dass hat Harpe schon geschrieben.
Weiter nach El Acebo, einem wunderschönen Bergdorf, wo wir zur Mittagspause einkehrten, denn mittlerweile war es 14 Uhr und wir hatten 38 km zurück gelegt. Gut gestärkt begaben wir uns auf den Abstieg und liegen nun nach den täglichen Pilgerarbeiten im Bett, Während ich noch schreibe, schlafen meine Pilgerfreunde schon und träumen vielleicht vom besseren Wetter, denn heute war es sehr kalt in den Bergen und es wehte ein kräftiger Wind.
Molinaseca, den 18. Juli 2011
21:30 Uhr
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
12. Etappe Villadangos – Astorga
Bisher gelaufen: 439 km in 11 Tagen
12. Etappe: Villadancos de Paramo – Astorga 26 km
Bisher gelaufen: 399 km in 10 Tagen
Noch 274 km bis Santiago und
364 km bis an das Ende der Welt.
EinTag aus dem Pilgerleben:
Der heutige Tag fing nicht erst um 4:30 Uhr an, sondern wie jeder andere bereits mit den Vorbereitungen am Abend vorher. Der Rucksack steht gepackt in der Ecke, die Kleidung am Körper, die Kopflampe in der Hosentasche. Das IPhone klingelt, Kopflampe auf, leise aus dem Seidenschlafsack, Daniel und Thomas wecken und dann mit allen gepackten Habseligkeiten raus auf den Flur zu den Schuhen. Auch hier wurden die entsprechenden Vorarbeiten bereits am Abend vorher getroffen. So liegen die entsprechenden Socken und Gamaschen (für den Steinschutz) in dem entsprechenden Schuh. Dann zum notwendigem Toilettengang, auf Morgenwäsche wir verzichtet und raus auf den Camino. Bis zum Frühstück werden meist wenig Worte gewechselt. Ein knappes Guten Morgen, ist oft dass Einzige was bis zum Frühstück gesagt wird. Man ist damit beschäftigt sich einzulaufen, zu beten oder genießt einfach nur die tolle Morgenstimmung. Zurzeit ist Vollmond und wir haben in den ersten Stunden ein tolles Licht. Meist kommen wir erst gegen 9 Uhr zu unserem ersten Kaffee. Dieses sollte heute mal anders werden, denn bereits nach einer Stunde saßen wir bei Milchkaffee, frischen Tostatas, Butter und hausgemachter Marmelade bei Mutter Ann zum Frühstück. Eine echte Überraschung für uns, die schnell in ausgelassene Stimmung umschlug. Wir genossen diesen Luxus und ließen es auf den noch verbleibenden 20 km bis Astorga langsam angehen.
Die bange Frage, ob ich meinen Freund und Wunderheiler Wolf Schneider in Astorga wiedersehe, wurde bei meiner Ankunft positiv entschieden. Ich stellte ihm seine neuen Patienten Thomas und Daniel vor, denen er durch Handauflegung momentan geholfen hat. Thomas kann sein Knie wieder normal bewegen und Daniel ist seine Verspannungen in den Unterschenkeln los. Ob die Heilung von langfristigem Erfolg gekrönt ist, werde ich berichten. Als ich 2005 mit starken Knieschmerzen zu ihm kam, hat er mir die Schmerzen die ich schon 200 km verspürte genommen. Ich wünsche meinen tapferen Pilgerfreunden eine ebensolche Genesung.
Also angekommen! Bett wird zugewiesen, Schlafsack auf das Bett gelegt (eine Art Reviermakierung), duschen, Kleidung waschen, aufhängen, Stadt besichtigen, Wäsche abhängen, Abendessen (heute mal nicht kochen), Bericht schreiben, Rucksack packen ab ins Bett und schlafen bis morgen früh 4:30 Uhr.
Astorga, den 17. Juli 2011
21:00 Uhr
PS.: An unseren “Pilger-Fanclub” viele Grüße vom Camino. Ein besonderer Gruß an unseren größten Fan Bruno.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
11. Etappe Mansilla las Mulas – Villadancos de Paramo
Bisher gelaufen: 399 km in 10 Tagen
11. Etappe: Mansilla de las Mulas – Villadancos de Parmo 40 km
Noch 300 km bis Santiago und
390 km bis an das Ende der Welt.
Daniel und ich kannten es ja, aber Thomas schiebt Frust:
Seit 118 km und drei Tage, davon mindestens 100 km an vielbefahrenen Straßen! Da kann auch die schöne Kathedrale von Leon ihn nicht entschädigen. Aber morgen noch mal 3 km Hölle und dann geht es zum schönsten Teil des Caminos. Der wird ihm sicherlich gefallen. Wir werden morgen nur 30 km bis Astorga pilgern.
“Nur!”
Die durchschnittlichen Etappen liegen bei den anderen Pilgern bei 25 km. Wir liegen momentan bei knapp 40 km. Verrückt, sagen viele Pilger aber zu uns passt es. Wir laufen los, wenn die anderen noch schnarchen und während sie abends feiern, schlafen wir.
Ich freue mich riesig auf die schöne Stadt Astorga und auf den Hospitalero Wolf. Er steht schon seit fast 15 Jahren im Dienst der Pilger. Viele kennen ihn aus Mansilla las Mulas, wo er 13 Jahre tätig war. In 2005 hat er mich auf wundersame Weise von meinen Knieproblemen befreit. Vielleicht kann er meine Mitpilger auch von seiner Heilkraft überzeugen.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010


































































































