Mit dem Bus geht es zurück nach Santiago. Ist schon ein komisches Gefühl nach all den gepilgerten Kilometern mit dem Bus zu fahren.
Heute noch mal durch die Gassen von Santiago bummeln und mit den berühmten Damen von Santiago flirten und dann morgen ab in den Flieger in die Heimat.
Am Platz Alameda kann man eine Statue finden, die zwei Damen repräsentiert, genannt die beiden Marias oder “las dos en punto”.”Las dos en punto” – um Punkt zwei, weil sie täglich beide zusammen um punkt zwei auf den Platz Alameda spaziert sind, um dort schön zurecht gemacht, trotz ihres schon fortgeschrittenen Alters, mit den Studenten, die auf dem Weg zum Mittagessen waren, zu flirten.
Man sagt ihnen nach, dass sie etwas außergewöhnlich waren, weil sie eine schwere Geschichte erlebt haben, aufgrund des frühen Todes beider Eltern im spanischen Bürgerkrieg. Sie haben sich immer jung geglaubt und sind nur bund gekleidet und stark geschminkt zusammen aus dem Haus gegangen. Ihre eigentlichen Namen waren Maruxa und Corelía.
Vor einigen Jahren starb Corelía und kurz später aus Kummer die Maruxa, die alleine nicht mehr aus dem Haus ging.

Ein Originalfoto der beiden flotten Damen
Zum Abschluss unserer Reise werden wir morgen noch einmal den Hl. Jakobus umarmen und die Pilgermesse besuchen.
Wir freuen uns auf die Heimat und unsere Lieben!
Mit den Worten des brasilianischen Schriftstellers und Jakobspilger in 1986 Paulo Coelho möchte ich hiermit mein Blog „Jakobsweg 2011″ schließen und mich bei den vielen virtuellen Mitpilgern für ihre Begleitung bedanken.
„Gehe Deinen Weg mit Mut und habe keine Angst vor der Kritik der anderen.
Und, vor allem, lass Dich nicht lähmen von Deinen eigenen Zweifeln.“
Dazu passt auch eine Geschichte die ich vor Jahren mal auf dem Camino gehört habe und das Pilgern am besten beschreibt:
„Ein alter zwangseingebetteter Fluß, total mit Chemie und Abwasser verseucht, wollte andere Wege gehen. Dazu war es erforderlich, dass er die Wüste durchquert. Er hatte Angst in ihr zu versanden, in ihr umzukommen. Aber eine Stimme sagte ihm:“Geh deinen Weg, habe Vertrauen! Und er ging seinen Weg und wurde durch die Sonne zu Wasserdampf, zur Wolke, die ihn durch die Wüste trug. So wurde der Fluß durch die Wüste getragen und kam in den Bergen als Regen wieder auf die Erde. Gereinigt und geliebt von den Menschen, die wieder aus im schöpften und von den Fischen denen er wieder eine Lebensgrundlage bieten konnte.
