Die letzte Nacht in einer öffentlichen Alberge.
Gestern Abend gönnten wir uns den Luxus unsere Wäsche mal wieder maschinell zu reinigen und zu trocknen. Also nahm ich unsere durchgeschwitzten Garnituren und ab damit in die Waschmaschine. Während ich im Hafen dann meinen Block schrieb, hatte Thomas die Aufgabe nach Beendigung des Waschvorgangs, die nasse Kleidung in den Trockner zu werfen. Als ich dann nach einer Stunde zurück in die Alberge kam, saß Thomas noch immer im Waschsalon und wartete mittlerweile mittellos auf die nicht trocken werdende Wäsche. Er hatte bereits zwei Trockengänge bezahlt und beschwerte sich mürrisch über den sch… Trockner. Er habe bereits das Programm der Maschine umgestellt, aber auch das führte nicht zur gewünschten Trocknung. Also gingen ich der Sache auf den Grund. Ich öffnete den Trockner und oh Schreck die Wäsche war weg! Thomas eilte herbei und beruhigte mich damit, dass unsere Wäsche doch in der andere Maschine sei. Andere Maschine? Welche? Die da, und er öffnete die Waschmaschine und zog erneut mit grimmiger Miene die nasse Wäsche aus der Trommel. Er hatte die Waschmaschine mit dem Trockner verwechselt. Nun hatten wir die dreifach gewaschene Wäsche zwar fast klinisch sauber, aber immer noch nass. Die Auflösung dieser Verwechselung erheiterte uns so dermaßen, das kein Auge trocken blieb. Nach einer halben Stunde vorm Trockner hatten wir dann endlich unsere trockene Wäsche.
Die letzte Nacht in einer öffentlichen Alberge für die wir nur 5 € bezahlten, wurde für mich zu einer fast schlaflosen Nacht. Anders als in allen anderen Herbergen gibt es hier keine Nachtruhe, denn die meisten Pilger kommen erst nach dem Sonnenuntergang, teilweise erst im Morgengrauen zurück vom Kap. Von der Hochzeitsfeier im benachbarten Hotel hörte ich gegen 5 Uhr die letzten Gitarrenklänge.
Heute morgen frühstückten wir im Hafen und sind auf der Suche nach einer Bleibe für die nächsten Tage fündig geworden. Doppelzimmer mit Balkon und Meerblick in der Pension Lopez für 12,50 pro Person und Nacht. Zur Zeit, und es ist gerade mal 10 Uhr, genießen wir das tolle Gefühl, mal wieder in einem richtigen Bett zu liegen. Als Pilger hatten wir bis zu dieser Uhrzeit bereits 20 km in den Beinen, nun liegen sie entspannt auf dem Bett und gönnen sich die Ruhe die die verdient haben.





Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer vollendeten Pilgerreise. Ich habe von Tante Treschen, Thomas Mutter, davon erfahren und freue mich vor allen Dingen für Thomas, daß er es geschafft hat.
Sie haben einen tollen Bericht geschrieben und bei mir kamen viele
schöne Erinnerungen auf. Samos zum Beispiel war auch für uns ein
Höhepunkt, auch wenn die Führung auf spanisch nicht viel Zweck hatte. Die beeindruckenste Kirche ist für mich Eunate gewesen. Ganz
einfach und schlicht, aber dort kommt die Andacht von ganz alleine.
Auch wenn es sicherlich viel schönere Gotteshauser auf dem Weg gibt,ein weiteres Highlight.
Viele Grüße aus dem benachbarten Hallenberg
Hans-Josef Berkenkopf
Von: Hans-Josef Berkenkopf am 2. August 2011
um 23:09