Den letzten cafe con letche, eingecheckt und schon befinden wir uns in der Luft. Das Wetter soll in Frankfurt besser sein als in Santiago, denn dort war es nebelig und regnerisch.
Stimmt, zwar bewölkt aber warm und kein Regen.
Heimat wir kommen!
Den letzten cafe con letche, eingecheckt und schon befinden wir uns in der Luft. Das Wetter soll in Frankfurt besser sein als in Santiago, denn dort war es nebelig und regnerisch.
Stimmt, zwar bewölkt aber warm und kein Regen.
Heimat wir kommen!
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Mit dem Bus geht es zurück nach Santiago. Ist schon ein komisches Gefühl nach all den gepilgerten Kilometern mit dem Bus zu fahren.
Heute noch mal durch die Gassen von Santiago bummeln und mit den berühmten Damen von Santiago flirten und dann morgen ab in den Flieger in die Heimat.
Am Platz Alameda kann man eine Statue finden, die zwei Damen repräsentiert, genannt die beiden Marias oder “las dos en punto”.”Las dos en punto” – um Punkt zwei, weil sie täglich beide zusammen um punkt zwei auf den Platz Alameda spaziert sind, um dort schön zurecht gemacht, trotz ihres schon fortgeschrittenen Alters, mit den Studenten, die auf dem Weg zum Mittagessen waren, zu flirten.
Man sagt ihnen nach, dass sie etwas außergewöhnlich waren, weil sie eine schwere Geschichte erlebt haben, aufgrund des frühen Todes beider Eltern im spanischen Bürgerkrieg. Sie haben sich immer jung geglaubt und sind nur bund gekleidet und stark geschminkt zusammen aus dem Haus gegangen. Ihre eigentlichen Namen waren Maruxa und Corelía.
Vor einigen Jahren starb Corelía und kurz später aus Kummer die Maruxa, die alleine nicht mehr aus dem Haus ging.

Ein Originalfoto der beiden flotten Damen
Zum Abschluss unserer Reise werden wir morgen noch einmal den Hl. Jakobus umarmen und die Pilgermesse besuchen.
Wir freuen uns auf die Heimat und unsere Lieben!
Mit den Worten des brasilianischen Schriftstellers und Jakobspilger in 1986 Paulo Coelho möchte ich hiermit mein Blog „Jakobsweg 2011″ schließen und mich bei den vielen virtuellen Mitpilgern für ihre Begleitung bedanken.
„Gehe Deinen Weg mit Mut und habe keine Angst vor der Kritik der anderen.
Und, vor allem, lass Dich nicht lähmen von Deinen eigenen Zweifeln.“
Dazu passt auch eine Geschichte die ich vor Jahren mal auf dem Camino gehört habe und das Pilgern am besten beschreibt:
„Ein alter zwangseingebetteter Fluß, total mit Chemie und Abwasser verseucht, wollte andere Wege gehen. Dazu war es erforderlich, dass er die Wüste durchquert. Er hatte Angst in ihr zu versanden, in ihr umzukommen. Aber eine Stimme sagte ihm:“Geh deinen Weg, habe Vertrauen! Und er ging seinen Weg und wurde durch die Sonne zu Wasserdampf, zur Wolke, die ihn durch die Wüste trug. So wurde der Fluß durch die Wüste getragen und kam in den Bergen als Regen wieder auf die Erde. Gereinigt und geliebt von den Menschen, die wieder aus im schöpften und von den Fischen denen er wieder eine Lebensgrundlage bieten konnte.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Ja, das ist leider so! Wenn man 15 Stunden täglich schläft und die restliche Zeit am Strand verbringt, hat man nichts zu schreiben.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Die letzte Nacht in einer öffentlichen Alberge.
Gestern Abend gönnten wir uns den Luxus unsere Wäsche mal wieder maschinell zu reinigen und zu trocknen. Also nahm ich unsere durchgeschwitzten Garnituren und ab damit in die Waschmaschine. Während ich im Hafen dann meinen Block schrieb, hatte Thomas die Aufgabe nach Beendigung des Waschvorgangs, die nasse Kleidung in den Trockner zu werfen. Als ich dann nach einer Stunde zurück in die Alberge kam, saß Thomas noch immer im Waschsalon und wartete mittlerweile mittellos auf die nicht trocken werdende Wäsche. Er hatte bereits zwei Trockengänge bezahlt und beschwerte sich mürrisch über den sch… Trockner. Er habe bereits das Programm der Maschine umgestellt, aber auch das führte nicht zur gewünschten Trocknung. Also gingen ich der Sache auf den Grund. Ich öffnete den Trockner und oh Schreck die Wäsche war weg! Thomas eilte herbei und beruhigte mich damit, dass unsere Wäsche doch in der andere Maschine sei. Andere Maschine? Welche? Die da, und er öffnete die Waschmaschine und zog erneut mit grimmiger Miene die nasse Wäsche aus der Trommel. Er hatte die Waschmaschine mit dem Trockner verwechselt. Nun hatten wir die dreifach gewaschene Wäsche zwar fast klinisch sauber, aber immer noch nass. Die Auflösung dieser Verwechselung erheiterte uns so dermaßen, das kein Auge trocken blieb. Nach einer halben Stunde vorm Trockner hatten wir dann endlich unsere trockene Wäsche.
Die letzte Nacht in einer öffentlichen Alberge für die wir nur 5 € bezahlten, wurde für mich zu einer fast schlaflosen Nacht. Anders als in allen anderen Herbergen gibt es hier keine Nachtruhe, denn die meisten Pilger kommen erst nach dem Sonnenuntergang, teilweise erst im Morgengrauen zurück vom Kap. Von der Hochzeitsfeier im benachbarten Hotel hörte ich gegen 5 Uhr die letzten Gitarrenklänge.
Heute morgen frühstückten wir im Hafen und sind auf der Suche nach einer Bleibe für die nächsten Tage fündig geworden. Doppelzimmer mit Balkon und Meerblick in der Pension Lopez für 12,50 pro Person und Nacht. Zur Zeit, und es ist gerade mal 10 Uhr, genießen wir das tolle Gefühl, mal wieder in einem richtigen Bett zu liegen. Als Pilger hatten wir bis zu dieser Uhrzeit bereits 20 km in den Beinen, nun liegen sie entspannt auf dem Bett und gönnen sich die Ruhe die die verdient haben.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Wir haben es geschafft: Finisterre
833 km oder 1.281.538 Schritte.
Von Muxia aus ging es heute zur letzten Etappe des diesjährigen Caminos. Da es nur eine kleine Tagesetappe war, klingelte der Wecker erst um 6 Uhr. Die Etappe führte uns in die Berge entlang der Atlantikküste mit beeindruckenden Aussichten auf das Meer. Zum Frühstück in einer Bar begegneten wir einem älteren Ehepaar um die 70 Jahre aus dem Raum Stuttgart, die den selben Weg wie wir gegangen waren. Auch wenn sie das doppelte an Zeit benötigten, so ziehen wir den Hut vor ihren Leistungen. Vielleicht erfüllt mit meine Frau Raffaela auch eines Tages mal den Wunsch den Weg gemeinsam mit ihr zu gehen.
Auf halber Strecke kam uns Daniel entgegen. Er hatte sich gestern hinter Olveiroa dazu entschieden, zunächst nach Finisterre und dann nach Muxia zu gehen. Schade, Thomas und ich hätten gerne am Ende der Welt gemeinsam mit unserem französischen Freund den Sonnenuntergang am Kap gefeiert, aber sein Weg sollte ein anderer werden. Wir wünschen ihm einen guten Weg und bedanken uns an dieser Stelle für seine tolle Kameradschaft auf fast 700 km.
In Finisterre angekommen, erhielten wir unsere 3. Urkunde und was natürlich wichtiger war, ein Bett!
Jetzt genießen Thomas und ich die letzten Tage um einen wohlverdienten Urlaub zu machen.
Ich danke allen die uns bis zum Ende der Welt begleitet haben. Laut Statisik hatten wir täglich bis zu 500 Besucher auf unserer Seite. Sollte bei nur einem Leser der Wunsch geweckt worden sein, es uns gleich zu tun, hat sich die tägliche Berichterstattung gelohnt. Für Fragen (Anreise, Rucksack, Packliste usw.) zum Jakobsweg stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung. Aber bitte erst nach meinem Urlaub am 6.August.
Nochmals Gruß an alle
Pilger Karl-Heinz
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Bereits um 14 Uhr erreichten wir Muxia. Es war eine landschaftlich einmalige Etappe, durch Eukalyptuswälder mit Naturverjüngung, Farn und Heidekraut.
Natürlich war unser Ziel, nach dem wir in der Alberge eingecheckt, geduscht und gewaschen haben, die Kirche auf der Landspitze von Muxia, die der Jungfrau im Steinschiff gewidmet ist. Der Legende nach ist sie Jakobus erschienen als ihn während seiner Missionierung der Mut verlassen wollte.
Der große Stein auf dem mich Thomas fotografiert hat, soll nach christlicher Deutung das Segel des Schiffes symbolisieren.
Bevor es morgen zur letzten Etappe geht, schauen wir uns jetzt noch den Hafen an, gehen eine Kleinigkeit essen und anschließend ins Bett.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Ungern verließen wir heute morgen unser Knusperhäuschen mit den türkisfarbenen Fenstern, aber in Erwartung heute nach 800 km quer durch Spanien endlich das Meer zu sehen trieb uns voran. Auf einer schmalen Teerstrasse ging es direkt hinter Oliveira den Berg hinauf. Plötzlich standen wir im Scheinwerferlicht eines Autos. Es hielt an, der Fahrer kurbelte das Seitenfenster runter und zeigte in eine andere Richtung als die, die wir eingeschlagen hatten. Noch ehe wir uns bedanken konnten, war das Fahrzeug wieder verschwunden. Keine 10 Meter von der Stelle entfernt fanden wir den übersehenen Stein. Zufall, dass gerade jetzt um 5:15 ein Auto in der verlassenen Gegend unterwegs war? Ja, natürlich….. was sonst !
Nach einer Stunde gab es Frühstück und wir standen vor der großen Entscheidung: Finsterre oder Muxia, denn hier teilt sich der Camino. Da wir noch genügend Zeit haben, entscheiden wir uns für die Variante zunächst nach Muxia zu gehen und anschließend nach Finisterre.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Heute hatten wir 33 km zu laufen. Da wir gestern nur die letzten 2 Betten bekommen haben, heißt es heute früher ankommen als gestern damit wir in Olveiroa für alle ein Bett bekommen. In 8 Stunden waren wir bereits am Ziel und hatten bei den Betten noch die grosse Auswahl. Wir entschieden uns für das kleine schnucklige Haus mit nur 5 Betten, einer großen Dusche und einem WC. Schade, das dieses Knusperhäuschen nicht in unseren Rucksack passt.
Hier mal ein Lob an unseren Mitpilger Thomas. Es ist schon bewundernswert wie er das Tempo von Daniel und mir mithält, denn aufgrund des Größenunterschiedes muß er eine höhere Schrittfrequenz wählen um uns folgen zu können.
Hier auf der Strecke von Santiago bis nach Finisterre oder Muxia sind nur die echten Pilger unterwegs. Weit und breit kein Buspilger oder ein Auto- oder Taxipilger zu sehen.
Aufgefallen war uns unterwegs ein Pilger mit einen hellbeigen Rucksack auf einer Konstruktion die einer Stuhllehne ähnelte. Als ich mir interessiert den Rucksack in der nächsten Bar ansah, erzählte mir der schwedische Pilger, dass er sich diesen Rucksack vor 30 Jahren selbst gebaut hatte. Die Hölzer waren keine Stuhllehnen, sondern eine Holzkonstruktion, die er sich auf seinen Rücken angepasst, gefertigt hatte. Als Rucksackhülle hatte er einen Leinenstoff gewählt aus einem engmaschigen Sack. Stolz zeigte er mir den noch heute lesbaren Schriftzug “Vermond”.
So, nun schließe ich mich Thomas an und mache Siesta !
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Unser Weg zum Ende der Welt führt uns über Negreira 22 km. 
Noch steht der Mond am Himmel von Santiago.
Die Sonne geht auf und die Natur erwacht. Wir sind bereits seit einer Stunde unterwegs zum Ende der Welt.
Noch sind meine lieben Mitpilger Daniel und Thomas noch nicht richtig wach, es fehlt ihnen nach 2 Stunden das …..
Frühstück!
Und weiter geht es durch Eukalyptuswäldern…..
unter Palmen her…..
durch die schöne Landschaft von Galizien.

Nun noch über die alte Pilgerbrücke von Aguapesada und dann Mittagspause.
in Ponte Maceira mit der schönen gotischen Brücke. 
Erst das Mahl und dann …….
Siesta!! Und ich armer Pilger muß schreiben. Aber jetzt mache ich auch die Augen zuuuuuu.



Und weiter Richtung Negreira, vorbei am Denkmal ………
des ewigen Wanderers, mal von vorn….
mal von hinten.
Nur noch zwei Betten für drei arme Pilger. Losentscheid! Thomas und Daniel dürfen sich das Bett teilen. Die Freude ist riesig!
Duschen und Wäsche waschen…
aber wo trocknen? Alles belegt!
Klar, dass der klevere Pilger eine Wäscheleine im Rucksack hat
Nun wird die Küche kontrolliert! Alles vorhanden bis aufs Öl.
Während unser “Eisprinz” schläft kaufen Daniel und ich ein. Es soll als Vorspeise Gemischten Salat mit Thunfisch geben, als Hauptgericht Spagetti mit Garnelen in Tomatensoße und zum Abschluss einen Pudding.
Nun haben wir alles eingekauft und sind in der Bar hängen geblieben. Ob’s mit dem kochen noch klappt?
Aber auch das haben wir noch hinbekommen: Daniel war fürs schneiden zuständig, ich habe gekocht und unser Thomas….
hat freundlicher Weise den Abwasch übernommen.
Nun noch die Wäsche samt Leine in den Rucksack und um 20 Uhr liegen wir in den Betten und freuen uns auf die morgige Etappe.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010
Durch die Polizei wurde unsere gestrige Ankunft in Santiago gestoppt. Vor der Kathedrale fand zu Ehren Santiagos eine Militärparade statt und wir Pilger durften den Vorplatz mit unseren Rucksäcken nicht betreten. Also ging es zunächst ins Pilgerbüro um unsere Compostella (Pilgerurkunde) abzuholen. Dort konnten wir auch unsere Rucksäcke deponieren und zogen dann ohne unser Hab und Gut ein, irgendwie ein komisches Gefühl ohne unsere Habseligkeiten die schon auf das Nötigste reduziert waren anzukommen. An den Besuch der Messe war nicht zu denken, denn die war bereits wegen Überfüllung gesperrt. Auch das legendäre Pilgermenü für die ersten 10 Pilger im besten Haus am Platz, dem Hotel Parador gab es heute anlässlich des Feiertages nicht.
Erschlagen von dem Rummel und den Menschenmassen buchten wir uns ein Zimmer für zwei Nächte im Seminario und gönnten uns ein Mittagsschläfchen. Nach dem Abendessen ging’s in die Bar von Pedro, die abseits von der Touristenmeile liegt und eigentlich nur von Einheimischen besucht wird. Hier reflektierten wir die einzelnen Etappen bei jeweils einer Porzellantasse Vino für 0,40 €. Glaube wir sind bis zur 8. Etappe gekommen.
Heute war ich bereits zur gewohnten Zeit 4:30 wach und mußte mich zwingen nicht aufzustehen um los zu laufen. Um 8:00 Uhr ging es in die Altstadt frühstücken und anschließend in die Kathedrale.
Wie schön, noch keine Menschenmassen und wir konnten in Ruhe das Grab vom Hl. Jakobs besuchen und ihn umarmen. Die Morgenmesse wurde andächtig gefeiert, da noch wenig Touristen in der Kirche unterwegs waren.
Jetzt endlich sind wir wirklich angekommen!
Liegt der Hl. Jakobus wirklich in Santiago begraben?
Der Legende nach führte um 830 eine Sternenerscheinung einen Hirten zu dem Grab des heiligen Jakobus. Schon seit dem 5.Jh gab es den Hinweis, Jakobus, Bruder des Apostel Johannes, habe nach dem Tod Christi in Spanien missioniert. Nach Palästina zurück gekehrt, wurde er 41 n. Chr. von Herodes geköpft und sein Leichnam sei auf wundersamer Weise auf einem Steinschiff von Palästina nach Galizien gelangt. An der damaligen Fundstelle wurde das heutige Santiago (Jakobus) gegründet.
Kein anderer Weg vereint soviel Menschen verschiedenster Nationalitäten und Generationen wie der Jakobsweg.Auch wenn ihre Motivationen unterschiedlich sind haben alle ein Ziel: Ankommen !!!
Ankommen auch heute wieder hunderte von Pilgern aus allen Kontinenten. Da ist die spanische Oma mit ihrem Enkel, die wahrscheinlich nur eine Tagesetappe gelaufen ist, der Pole der über 3.500 km von Krakau seit 150 Tagen unterwegs ist, eine Schulklasse aus Bayern, die den Jakobsweg 120 km zum Abschluss ihres Leistungskurses gelaufen ist, die beiden Südkoreaner die aus historischen und kulturellen Gründen den Weg laufen oder die französische Gruppe die einen behinderten Jungen nach Santiago begleiteten. Nicht zu vergessen die vielen Bustouristen, die teilweise ausgestattet mit Pilgerhut und Stab das Grab vom Hl. Jakobus besuchen.
Im Jahr 2009 pilgerten rd. 145.000 nach Santiago. Im Hl. Jahr 2010 waren es 270.000 Pilger.
In diesem Jahr waren es bis Juni bereits rd. 67.000 die Santiago erreichten. Diese Statistik vom Pilgerbüro berücksichtigt nur die Pilger die mindestens 100 km zu Fuß oder 200 km mit dem Rad zurück gelegt haben.
Alle sind angekommen aber noch nicht am Ziel, denn der Weg geht weiter ein Leben lang. Erst mit dem Tod endet der Weg und man ist am Ziel.
Veröffentlicht in Jakobsweg 2010